Hufschuhe und Umstellung auf Barhuf, Teil 1

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„Jedes Pferd kann Barhuf laufen, solange es der Pferdehalter wirklich möchte !“

Klingt provokativ ? Nur für den, der es nicht glaubt. Es kommt natürlich darauf an, was ich mit dem Pferd machen möchte und es kommt vor allem darauf an ob ich bereit bin meine persönlichen Ansprüche für einen Zeitraum, dessen Dauer zunächst unklar ist, dem Wohle und der Gesundheit des Pferdes unterzuordnen. Und ja….es gibt auch Ausnahmen. Aber dabei handelt es sich meist nicht um Pferde, die nicht ohne Beschlag auskommen, sondern für die es aufgrund bestimmter Konstellationen (Hufmaße, Laufverhalten, etc…) keine geeigneten Schuhe gibt.

Ich habe es vor langer Zeit aufgegeben jemanden zu Barhuf „bekehren“ zu wollen. Aus diesem Grunde widmet sich dieser Beitrag auch nicht dem Thema Barhuf, da es für mich sowieso nichts anderes gibt. Es geht vielmehr darum wie sich die Übergangsphase von Beschlag auf Barhuf für Pferd und Reiter sinnvoll gestalten lässt (für Pferdehalter, die sich bereits für Barhuf entschieden haben).

Ich kenne genügend Beispiele wo der Pferdehalter dem Schmied sagt “ bitte Eisen runter und nicht neu beschlagen“ und der Schmied antwortet „dann wird Dein Pferd aber sehr fühlig gehen und Du kannst es nicht reiten“ und Recht hat er….solange das Pferd keinen Hufschutz hat! (übrigens kann jemand durchaus 100% Pro-Barhuf sein, ohne gegen Beschlag zu sein. Ich kenne genügend Schmiede, deren Arbeit ich respektiere und mit denen ich mich gut verstehe aber hier geht es auch nicht um Schmiede sondern um Barhufpferde. Und denjenigen, die grundsätzlich gegen Schmiede sind, sei gesagt, dass auch nicht jeder Schmied jedes Pferd beschlägt sondern sehr oft abwägt was das Beste aus seiner Sicht ist 😉

Ein Huf, der jahrelang durch einen Beschlag „geschützt“ war, ist überhaupt nicht auf harte Untergründe und Abrieb vorbereitet. Daher ist es unbedingt erforderlich nach der Eisenabnahme so viel Material (Horn) wie möglich stehen zu lassen, ansonsten ist das Pferd bereits nach wenigen Tagen komplett „platt“. Das bedeutet der Huf muss unbedingt anders bearbeitet werden als wenn er für den nächsten Beschlag vorbereitet würde. Lässt man aber nun viel überstehen, besteht die Gefahr, dass Horn aus der Wand herausbricht. Ist erst mal an ein paar Stellen etwas ausgebrochen, geht es genau dort weiter und wird immer schlimmer. Dieses Problematik ist sicher vielen bekannt.

Radius Rasp Pro

(Foto: Hersteller)

Dem lässt sich vorbeugen, wenn man von Anfang an den Huf z.B. mit einer Radius Rasp PRO berundet und so in Form hält. (die normale arbeitet eher wie 80ger Schleifpapier). Die Radius Rasp ist ausschliesslich zum Berunden geeignet und niemand kann damit nach kurzer Einweisung etwas falsch machen. Dadurch, dass ja auch wenig damit wirklich gearbeitet wird, hält das Blatt der Radius Rasp „ewig“.

(Foto: Hersteller)

Ausserdem ist es empfehlenswert den Huf von Pferden im Offenstall zumindest in der Übergangsphase zu schützen. Denn viele Pferde haben in dieser Phase nicht nur Probleme, wenn sie geritten werden, sondern mit dem Laufen generell ! Möglicherweise ist der Schutz der Hufe im Offenstall auch nur stundenweise pro Tag erforderlich und je nach Pferd, Hornqualität und Untergrund unterschiedlich. Ein Hufschuh, der hier einen wirklich guten Job macht, ist der Equine Fusion All Terrain. Ursprünglich nur zum Reiten entwickelt, ist dies eine Art Hybrid, der sowohl als Therapie/-Paddockschuh als auch zum Reiten verwendet werden kann. Das ist natürlich wesentlich günstiger als die Anschaffung von Therapie Hufschuhen, wie z.B. Easyboot RX und danach zusätzlich in Hufschuhe zum Reiten investieren. Die Therapieschuhe stehen dann in der Ecke…  Der All Terrain verfügt über eine stabile, griffige Profilsohle, die besonders die in der Unstellungsphase häufig empfindliche Hufsohle wunderbar schützt.
Den All Terrain gibt es in einer Standard- (eher rund) und einer SLIM-Variante (oval) und von einer Hufbreite von 65-160 mm. Da ist vom Shetty bis zum Warmblut alles abgedeckt. Allerdings ist Vorsicht geboten und bitte nicht gleich auf diesen Hufschuh stürzen und erst beraten lassen. Denn bei stark asymmetrischen Hufen mit verbogenen Hufwänden kommt auch der All Terrain an seine Grenzen und dann kommt möglicherweise doch der RX zum Einsatz.

Was bei der Auswahl von Hufschuhen für die Umstellungsphase zu beachten ist und was man sonst noch tun kann, um dem Pferd die Umstellung zu erleichtern, erfahrt Ihr im zweiten Teil dieses Beitrages.
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